...entführen dich in eine andere Welt

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21.August
2009

Sternstunden der Bedeutungslosigkeit

Benjamin Jendro

Sternstunden der BedeutungslosigkeitSternstunden der Bedeutungslosigkeit gehört quasi zur Pflichtlektüre für Dauerstudenten, sagen wir ab dem 13. Semester :) Ein Hauch von Existentialismus ist hier zwischen zwei Buchdeckel gepresst und vermittelt eine Idee vom Leben, vom eigentlichen Leben, sofern es so etwas gibt. Hier werden die Ansichten von Michael Sonntag zum Besten gegeben. Seines Zeichens Kunststudent mit dem Hang zum nie fertig werden. Viel vor und noch weniger geschafft könnte sein Motto sein. Und so verfolgt der Leser ihn bei seinen Streifzügen durch die Welt.

Lassen sie sich in die Welt von Michel entführen und nehmen sie an so einer Art Stammtischphilosophie teil. Es ist die Welt eines Mannes, der vieles sein möchte, nur nicht normal und zum Erreichen dieses Ziels in Kauf nimmt lieber gar nichts zu sein, als einen Schein zu erfüllen, der von Außenstehenden erwartet wird. Hier prallt einem die Banalität des Lebens ins Gesicht und lacht auch noch darüber, wobei man als Mensch mit Humor einfach mitlachen muss. Doch ist dieser Roman auch eine Kritik an einer Gesellschaft, die Eitelkeit und Heuchlerei in schier stumpfsinniger Einfältigkeit auf ein Podest hebt, dass von Unverbindlichkeit getragen wird. Fragt sich nur…wie lange.

Es zeigt aber auch wie wenig Hoffnung man darin setzen sollte sich dem gesellschaftlichen Bedeutungszwang zu entziehen, holt er einen doch immer wieder ein und macht einem unmissverständlich klar, dass er immanent und nicht abzuhängen ist.

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