...entführen dich in eine andere Welt

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Achtung! Bei den folgenden Vorschlägen kann es einem wirklich schon einmal mit einem heftigen Schauer durchziehen. Einen richtig guten Thriller zu lesen kann beeindruckend sein, man kann sich gruseln. Auch bei einer Hollywoodproduktion ist das möglich, sieht man doch zur Story auch noch die bildliche Darstellung. Am schlimmsten jedoch ist es, etwas zu hören und es nicht zu sehen, sich selbst Gedanken darüber zu machen, wie die Szenerie ausgemalt erscheinen könnte. Nichts ist so gruselig wie unsere eigene Phantasie. Die folgenden Krimi-Hörbücher liefern auf jeden Fall den richtigen Anstoß, um sich etwas wirklich Gruseliges vorzustellen.

John Katzenbach hat mir schon mehrfach einen Schrecken eingejagt. Das Hörbuch zu „Der Professor“ ist aber bisher unerreicht, was vor allem damit zu erklären ist, dass man beim Zuhören irgendwie die Demenz des Professors gleich mitgeliefert bekommt und selbst nicht mehr so wirklich unterscheiden kann, was echt und was Fiktion ist. „Totengleich“ von Tana French ist auch nicht gerade etwas für schwache Nerven. Explizit werden diese gleich zu Beginn auf die Probe gestellt, als Agent Cassie Maddox eine Frauenleiche findet, die ihr bis auf jede Einzelheit genau aus dem Gesicht geschnitten scheint. Zur „Obsession“ wird Angst bei Simon Beckett. Wer sich bis dato noch nicht gegruselt hat, wird bei ihm garantiert sein erste Mal erleben. Als Witwer Ben den Schrank seiner verstorbenen Frau Sarah ausräumt, erkennt er, dass auch sein letzter Halt im Leben, ihr autistischer Sohn Jacob, gar nicht ihr Sohn war, sondern sie ihn einst entführte.

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Jo Nesbø – Headhunter

Benjamin Jendro

16.März
2012

Ein guter Thriller braucht einige gewisse Attribute, damit er den Leser auch wirklich berühren kann. Es bedarf einer Handlung, die man so oder in ähnlicher Form noch nicht woanders gelesen oder gehört hat. Außerdem einen charakteristischen Hauptprotagonisten, der zur Identifikation einlädt und einige gruselige Darstellungen bestimmter Szenen und Orte. In Perfektion hinbekommen haben das in den letzten Jahren vor allem Autoren aus Skandinavien. Vielleicht liegt es an der dortigen Kälte, eiskalt sind ihre Szenarien auf jeden Fall. Der Norweger Jo Nesbø macht da keine Ausnahme und so wird auch „Headhunter“ zu einem grandiosen Hörerlebnis mit absolutem Thriller-Faktor.

Von Johannes Steck gesprochen kann man Jo Nesbø zu einhundert Prozent spüren und anders als viele andere Thriller gilt das für die gesamte Zeit. Ohne Langeweile aufkommen zu lassen wird der Zuhörer auf die Fährte von Headhunter Roger Brown geschickt. Dieser berät jegliches Personal erfolgreich und genießt einen hohen Ruf in allen Wirtschaftskreisen. Er hat aber noch ganz andere Vorlieben und Stärken, von denen niemand weiß. Sein Fable für Kunstgegenstände jeder Art hat schon so manchem Klienten ein leeres Haus hinterlassen. Ähnlich soll es auch dem Niederländer Greve gehen, der einen lang verloren gedachten Rubens besitzt. Brown entwendet diesen, doch dieses Mal bleibt sein brillanter Coup nicht ohne Folgen.

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Sebastian Fitzek – Der Augenjäger

Benjamin Jendro

9.März
2012

Es scheint im menschlichen Naturell zu liegen, dass wir auch heute noch, im 21.Jahrhundert, sammeln. War es in der Urzeit meist die Aufgabe der weiblichen Geschöpfe, kennt das Sammeln heute keine Geschlechtergrenzen. Wir sammeln Briefmarken, Fußballbildchen, Modellautos und Kuscheltiere, Porzellantierchen oder Gartenzwerge. Weder der Art der Gegenstände noch dem Umfang ihrer Anzahl sind Grenzen gesetzt. Das andere Phänomen der Urzeit waren die Jäger, deren Aufgabe darin bestand, der Familie etwas für das Essen zu besorgen. Um diese Aufgabe zu bewerkstelligen müssen wir heute nicht mehr mit Speer bewaffnet durch das Land ziehen. Sebastian Fitzek hat in seinem Thriller „Der Augenjäger“ die Kategorie auf ein erschreckende Art und Weise wiederbelebt.

Definitiv die richtige Wahl wurde bei der Besetzung des Hörbucherzählers getroffen, spricht doch mit Simon Jäger einer, der sich zumindest vom Namen her identifizieren können müsste. Wie schon beim Vorwerk „Der Augensammler“ ist es die blinde Physiotherapeutin Alina, welche die letzte Hoffnung für die Polizei darstellt, einem Psychopathen das Handwerk zu legen. Bei diesem handelt es sich um den Augenspezialisten Dr. Suker, der tagsüber sehr nett wirkt, abends jedoch auf Frauenjagd geht. Seinen Opfern trennt er zunächst chirurgisch perfekt die Augenlider ab ehe er sie vergewaltigt und dadurch ihr Leben komplett zerstört.

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Sommerhaus mit Swimmingpool

Thorsten Karras

16.Dezember
2011

In schöner Regelmäßigkeit berichte ich an dieser Stelle von aufregenden Hörbuchern. Oftmals auch aus dem Thriller-Genre. So auch heute, auch wenn dieses Mal alles anderes scheint. Denn obwohl auch das Hörbuch: Sommerhaus mit Swimmingpool zu oben genannten Genre zu zählen ist, geht es doch in eine gänzlich andere Richtung, denn all die anderen Krimis.

Herman Koch, der schon mit seinem Bestseller „Angerichtet“ für Furore sorgen konnte, bleibt seinem Stil treu und schafft ein Hörbuch voll psychologisch, subtiler Andeutungen, welche den Leser erst nach und nach gefangen nehmen, dafür umso eindringlicher.

Alles beginnt mit dem Rückblick auf einen Sommer in Frankreich und einer folgenreichen Begegnung. Der Allgemeinarzt Marc Schlosser wird mit seiner Frau und den gemeinsamen Töchtern seinen Bekannten, den Schauspieler Ralph Meier samt seiner Frau und seinen Söhnen in dessen Residenz besuchen. Was wie ein entspannter Urlaub beginnt, entpuppt sich im Laufe der Geschichte zu einem Drama und einer regelrechten Kriminalgeschichte.

Viel wichtiger als die eigentliche Handlung sind jedoch die Einblicke in die menschlichen Abgründe, welche sich logisch und schlüssig auftun. Es ist der Schmale Grat zwischen Vertrauen und Misstrauen und dem Irrglauben einen Menschen zu kennen, bzw. richtig einzuschätzen.

Die Story wird Sie in ihren Bann ziehen und nicht mehr loslassen…

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Richard Montanari – Septagon

Thorsten Karras

18.November
2011

Heute möchte ich Sie mit einer neuen Krimi-Hörbuch-Serie bekannt machen. Es geht um das Ermittlerduo Kevin Byrne / Jessica Balzano. Die beiden sind in Philadelphia so etwas wie Sonderermittler und werden hinzugezogen, wenn es in einer Mordermittlung nicht mehr vorwärts geht. Auch der vierte und neuste Band von Richard Montanari – Septagon ist geradezu typisch.

Es geht um ein Mädchen, das tot aufgefunden wird. Die Ermittlungen weisen schnell auf eine ältere Dame, die jedoch kurze Zeit später selbst tot aufgefunden wird. Sie hinterlässt lediglich eine kryptische Botschaft für die Nachwelt: Ludo. Da die Mordkommission auf der Stelle tritt, werden Byrne und Balzano zu Rate gezogen und bald haben wir es mit mehr als nur einem Mordopfer zu tun. Es ist die Handschrift eines Serienkillers.

Der Autor nutzt auch in diesem Band zwei Erzählstränge aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen kommen die Ermittler zum Einsatz, zum anderen erfährt man alles aus der Sicht des Mörders. Damit ist natürlich schon früh klar, wer es ist. Nichtsdestotrotz bleibt die Spannung jederzeit erhalten. Nicht zuletzt das sehr ausführliche Psychogramm des Mörders fasziniert. Es ist wie ein Blick in seine dunkle Seele. Als sähe man ihm bei seinen Taten über die Schulter und höre dabei seine Gedanken.

Das Hörbuch ist sowohl für Neueinsteiger als auch für Fans der Serie geeignet.

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Von vielen wurde das neue Buch von Sebastian Fitzek, Der Augenjäger, schon sehnlichst erwartet. Nach seinem durchschlagenden Erfolg mit dem Roman “Der Augensammler” war es im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis die Fortsetzung erscheint. Womit an dieser Stelle auch eine Empfehlung ausgesprochen wird: Sollten Sie irgendwann vorhaben, den Augensammler zu lesen, dann tun Sie sich den Gefallen und machen es vor der Lektüre des Augenjägers. Zwar ist es nicht zwingend notwendig für das Verständnis, aber gewisse Hintergrundinfos werden damit klarer und wer den Augenjäger gelesen hat, kann beim Augensammler viele überraschende Momente nicht genießen.

In seinem neuen Hörbuch geht es um einen Serientäter, der seinen Opfern im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Er schneidet den Frauen nämlich die Augenlider ab und vergewaltigt sie anschließend auf brutalste Art und Weise. Er bereitet ihnen solche großen körperlichen und seelischen Qualen, dass sie nach ihrer Freilassung lieber den Freitod wählen, als weiter zu leben.

Die Berliner Polizei ist dem Täter auf der Spur, doch kann sie keine eindeutigen Beweise aufbringen, weshalb man sich an die Physiotherapeutin Alina Gregoriev wendet, um bei den Ermittlungen zu helfen. Die blinde Frau hat eine besondere Gabe, sie kann in die Zukunft sehen. Doch auch sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt…

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David Baldacci – Bis zum letzten Atemzug

Thorsten Karras

17.August
2011

Bis zum letzten Atemzug ist der vierte Teil der Maxwell/King-Reihe. Jenem Ermittlerduo von David Baldacci, das sich aus Ex-Secret Service-Agenten zusammensetzt und fortan als Privatdetektive ihre Fälle löst. Nachdem “Im Bruchteil der Sekunde“, “Mit jedem Schlag der Stunde” und “Im Takt des Todes” zum Teil doch recht unterschiedlich vom Niveau her ausgefallen sind, muss man dem neusten Hörbuch attestieren, dass es unglaublich spannend ist.

Es geht um die 12-jährige Willa, welche genau an ihrem Geburtstag entführt wird. Doch anstatt den Zuhörer im Dunkeln zu lassen, erfährt man schnell, wer der Täter ist. Denn nicht etwa die Suche nach dem Entführer, sondern dessen Motive stehen im Vordergrund der Geschichte und machen sie so besonders. Man muss dazu sagen, dass es sich bei Willa um die Tochter des Präsidenten handelt. Letztlich beschreibt dieses Hörbuch den zum Teil sehr schmalen Grat zwischen Macht und Ohnmacht.

Baldacci gelingt es vortrefflich, die psychologischen Hintergründe aufzuarbeiten. Hinzu kommt der Nebenplot, welcher von der Ermordung von Michelle Maxwells Tochter handelt. Denn ausgerechnet ihr Vater ist der Hauptverdächtige. Auch hier werden viele „weiße Flecken“ der Vergangenheit aufgearbeitet und man versteht, warum Maxwell eine solch angegriffene Psyche hat.

Bis zum letzten Atemzug darf als bisher bester Teil dieser Reihe gelten und ist uneingeschränkt empfehlenswert.

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David Baldacci – Das Labyrinth

Thorsten Karras

12.August
2011

Gleich zu Beginn geht es hektisch los. Ein katastrophaler Flugzeugabsturz überschattet die ersten Minuten. Wie es scheint, ist es jedoch kein Zufall und so ermittelt das FBI in Form von Agent Lee Sawyer. Ziel des Anschlags war wohl der homosexuelle Präsident der Bundeszentralbank. Mit an Bord war der Mann von Anwältin Sydney, die ebenso clever wie gutaussehend ist.

Schnell wird klar, dass hinter dem Anschlag noch mehr steckt und sich mehr und mehr ein Netz von Intrigen zeigt, in dem Sydney gefangen scheint. Doch die Anwältin lässt sich nicht ausbooten und geht in die Offensive.

Das Labyrinth macht seinem Namen alle Ehre und führt den Zuhörer in einen auditiven Irrgarten. Kaum denkt man, das Geschehen durchschaut zu haben, wird man auch schon wieder aus der Bahn geworfen. Dennoch schafft es Baldacci, den Zuhörer bei der Stange zu halten und obwohl der rote Faden nicht immer zu sehen ist, bleibt man am Ball und kann das Weitere kaum erwarten.

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Nachdem ich schon vom ersten Teil und dem Aufeinandertreffen von Sean King und Michelle Maxwell berichtet habe, möchte ich euch nicht die Fortsetzung „Mit jedem Schlag der Stunde“ vorenthalten. Die beiden arbeiten nämlich auch weiterhin zusammen und haben sich dazu entschlossen, ihre Secret Service-Vergangenheit dafür zu nutzen, eine Privatdetektei zu gründen. Dieser Fall führt sie in ein ansonsten verschlafenes Nest in Virginia, wo jedoch ein Serientäter sein Unwesen treibt und die Ruhe stört.

Auch wenn die Morde alle sehr unterschiedlich vorgenommen wurden, gibt es eine Parallele zwischen ihnen. Der Mörder stellt die Uhren der Opfer immer auf 1 oder 2 Uhr und lässt sie in einer ganz bestimmten Armhaltung zurück. Das Ermittlerduo tappt zunächst im Dunkeln und kommt irgendwann auf die Spur eines Familienclans. Doch als auch dessen Oberhaupt ermordet wird, spitzt sich die Sache zu. Denn auch King und Maxwell scheinen nun in Gefahr, da sie dem Täter allmählich nahekommen. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Baldacci schafft mit dem Hörbuch “Mit jedem Schlag der Stunde” eine solide Fortsetzung, die sich vieler Genre-Klischees annimmt. Das ist weder verwerflich noch schlecht. Es ist höchstens unoriginell. Dennoch haben wir es hier mit einem spannenden Roman zu tun, den man alleine wegen der Fortsetzung lesen muss, da diese hierauf aufbaut.

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David Baldacci – Im Bruchteil der Sekunde

Thorsten Karras

3.August
2011

Im Bruchteil der Sekunde ist der Auftakt zu einem neuen Ermittlerduo. Doch ich möchte nicht zu viel verraten und wir wollen uns ja noch etwas für die weiteren Rezensionen aufsparen. In diesem Hörbuch geht es um Sean King, einen Ex-Secret-Service-Agenten, der vor acht Jahren seinen Job an den Nagel gehangen hat. Doch was war passiert?

Er sollte den Präsidentschaftskandidaten Clyde Ritter bei dessen Wahlkampagne durch die Provinz beschützen. Er sondierte die Menschenmassen und machte auch zwei verdächtig wirkende Personen aus. Doch all seine Wachsamkeit nützte nichts, denn im Bruchteil einer Sekunde veränderte sich sein Leben und das von Clyde Ritter wurde beendet. Er wurde erschossen – Peng!

King wurde infolgedessen Anwalt in einer Provinz und bekommt nun unerwartet Besuch von Michelle Maxwell, die ihn um Hilfe bittet. Genau wie er muss sie einen Präsidentschaftskandidaten beschützen, der jedoch vor kurzem entführt wurde. Es scheint so, als gäbe es einige Parallelen zwischen beiden Anwärtern und so willigt King etwas widerwillig ein, ihr zu helfen. Erst später soll den beiden klar werden, dass die Gemeinsamkeiten größer sind, als beide vermuten.

David Baldacci schafft es, nach unzähligen romantischen Komödien einen sehr spannenden Thriller zu schreiben, bei dem man sich allerdings konzentrieren muss. Zum Teil wird es sehr verworren, doch das Zuhören lohnt sich.

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