...entführen dich in eine andere Welt

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Moira Young – Dustlands Bd.1 Die Entführung

Benjamin Jendro

17.Februar
2012

Bei Fantasyromanen kann man so richtig ins Schwärmen kommen. Wenn man einmal Zeit hat, ein Buch zu lesen oder in diesem Fall einem Hörbuch zu lauschen, kann man sich perfekt in die Welt, die einem geboten wird, hineinversetzen. Alles umgibt einen, bildliche Vorstellungen ermöglichen eine Identifikation und so wird man irgendwie zum Teil des Ganzen. Voraussetzung dafür ist eine Geschichte, die trotz aller phantastischen Elemente immer noch realistisch wirkt, wenngleich sie natürlich auch dafür da sein sollte, den Zuhörer oder Leser in eine Welt zu entführen, in welcher er fernab vom Alltagsstress zu träumen beginnen kann, in eine Welt wie die „Dustlands“ von Moira Young.

Ihr Debütroman, zugleich der erste Teil einer neuen Saga, beweist sie von Beginn an großes schriftstellerisches Talent und ein breites Angebot an phantastischen Elementen. In „Dustlands Bd.1 Die Entführung“ schickt sie ihre junge Hauptprotagonistin Saba von der Heimat Silverlake, in der es ihr stets gut ging, heraus in eine große, eine unbekannte Welt, in der Dunkelheit die Seele betrübt. Grund dafür ist die Entführung ihres Zwillingsbruder Lugh durch vier bewaffnete Reiter. Saba begibt sich auf die Suche nach ihm und begegnet dabei mysteriösen Wesen, von denen einige zu Gefährten werden, andere ihr jedoch das Leben schwer machen wollen. Wer genau auf welcher Seite steht, klärt sich erst in der finalen Szenerie in der Arena zu Hopetown, wo sich Sabas und das Schicksal aller anderen entscheiden wird.

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Verbrechen

Thorsten Karras

14.September
2009

VerbrechenFerdinand von Schirach ist eigentlich Jurist. Einer dieser vermeintlichen Rechtsverdreher mit ihrem ganz eigenen Verständnis von Deutsch als Sprache. Man möchte meinen ein Buch von einer solchen Person ist unverständlich, witzlos und trocken. Stattdessen überrascht der Autor mit einem kühlen, gar sachlichen Ton (das ist noch nicht unverständlich), der in Kombination mit den Kurzgeschichten perfekt harmoniert. Dazu muss man wissen, dass es sich bei den Kurzgeschichten in dem Hörbuch Verbrechen um wahre Fälle handelt, die der Anwalt in seiner Kanzlei tatsächlich erlebt hat – sein persönlicher Krimi.

11 Geschichten von Menschen die einem hätten nahe stehen können und denen man das Böse nicht sofort ansieht. Geschichten in denen sich die menschlichen Abgründe auftun und die wegen ihrer realen Herkunft damit umso beängstigender sind. Der nüchterne aber präzise Stil des Autors, gleicht einem Chirurgen bei der Arbeit, der mit ruhiger Hand und Skalpell die Aorta bei der Herztransplantation durchtrennt. Keine Spur von Nervosität, obwohl hier ein Leben am seidenen Faden hängt. Die Wendungen in den Kurzgeschichten sind unvorhersehbar und machen das Buch somit unglaublich spannend und zu einem wahren Krimi. Keine gleicht der anderen und die Ambivalenz der Charaktere ist eindringlich und für den Leser ganz besonders interessant.

Storys die berühren und einem manchmal den Atem verschlagen. Es ist der Einblick in Leben, die man so wohl nur aus Hollywood Filmen kennt und womöglich auch nicht in Wirklichkeit erfahren möchte.

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Die Hütte – ein Wochenende mit Gott

Thorsten Karras

24.Juli
2009

„Für die Gnade ist es nicht erforderlich, dass Leid existiert, aber dort, wo Leiden ist, wirst du immer auch die Gnade finden, in vielen Facetten und Farben.“

Die HütteEin Zitat, dass man erst mal sacken lassen muss. Es beschreibt hervorragend die Situation in dem Buch: Die Hütte. Dabei geht es um den tragischen Tod der Tochter von Mack. Dieser wird nun aus seiner melancholischen Lethargie durch eine Einladung gerissen, die ihm zum Ort des Geschehens zurück führt. Was dann passiert ist wohl so selbstverständlich, als auch unglaublich zugleich. Er führt Gespräche mit Gott, Jesus und dem Heiligen Geist über seine Tragödie und deren Zweck, falls es einen solchen denn überhaupt gibt. Obwohl wohl die erste Gedanken hier ist, dass es ein Kitschroman für Christen wird, ist es dem Autor fabelhaft gelungen das Gedankenkonstrukt von „Glauben“ näher zu bringen. Auch so unbequeme Fragen, wie: “Wenn Gott existiert, warum gibt es so viel Leid auf der Erde“ werden in die Diskussionen mit eingeflochten.

Wer jetzt glaubt, dass Buch sei nur etwas für tugendhafte Christen (gibt es so etwas überhaupt?), der täuscht gewaltig, Sowohl für Gläubige, Nicht-gläubige, als auch Anders-gläubige geeignet. Der Roman schafft zumindest eines, was sich jedes Buch wünschen sollte. Man hat anschließend das Bedürfnis über das Gelesene zu reden.

Schön erzähltes Hörbuch mit Suchtpotential…

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Stieg Larsson – Verdammnis

Thorsten Karras

13.Juli
2009

VerdammnisHolla die Waldfee sag ich da nur. Ich bin ja bisher nicht so der Krimileser gewesen. Nicht das ich sie kategorisch ausgeschlossen hätte, es waren nur meist andere Bücher interessanter. Ich habe dann vor einer Weile der ersten Teil der Larsson-Tiologie, Verblendung, gelesen und war hin und weg. So viel Spannung und mitreißende Story hatte mich tatsächlich geplättet. Schön, dass es da einen Nachfolger mit Verdammnis gibt.

Auch hier treffen wir alte Bekannte wieder, im Vordergrund Lisbeth Salander und Mikael, „Kalle“ Blomkvist. Auch dieses Mal gilt es ein Verbrechen zu klären, das mit Mädchenhandel zu tun hat. Ich will gar nicht so viel verraten, denn das kann man in anderen Foren lesen, oder aber auf dem Buchrücken. „All das Böse“ rückt jedoch mehr und mehr in den Fokus.

Das Buch fängt geschmeidig, fast unwillkürlich an und lebt von Seite zu Seite. Es generiert noch keine übermäßige Spannung, aber ein fortlaufendes Interesse an der Handlung. Dann passiert alles Schlag auf Schlag und man will das Buch gar nicht mehr zur Seite legen. Über 20 Seiten im Mittelteil wiederholten sich für meinen Geschmack zu viele Dinge, aber ansonsten ist das Buch grandios. Viele Fäden gekonnt in einem fulminanten Finale zusammen gesponnen, das zwar nicht unbedingt alltäglich und realistisch ist, jedoch zu gefallen und überzeugen weiß. Traurig wird einem nur um Herz zumute, wenn man bedenkt, dass ein solch begnadeter Journalist und Autor wie Larsson aufgrund seines Todes nie wieder neue Geschichten schreiben wird.

Auf jeden Fall zuerst Verblendung lesen, sonst tut man sich mit einem Quereinstieg keinen Gefallen und erfährt in der Fortsetzung zu viele Dinge.

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Die Bücherdiebin

Thorsten Karras

12.Juli
2009

Wie stellt man sich eine Geschichte vor, die vom Tod erzählt wird? Blutrünstig, kalt und niederträchtig vielleicht? Markus Zusak sieht das ganz anders. In seinem Roman: „Die Bücherdiebin“ lässt er den Tod über sich selbst und seine Ansichten von den Menschen erzählen. Es ist kein Tod, vor dem man Angst haben muss. Kein Kapuze tragender, Sense schwingender von Mordlust gepeinigter Charakter, sondern ein mitfühlendes Wesen, dem die Menschen beileibe nicht egal sind. Besonders hat es ihm die kleine Liesel Memmiger angetan, ein Mädchen das in den Wirrungen von 1939 zum ersten auftritt und am Grab ihres kleinen Bruders steht. Hier gerät sie auch zum ersten Mal mit Büchern in Kontakt, indem sie das Handbuch für Totengräber entwendet. Die Bücherdiebin ist geboren und rettet fortan auch Bücher vor der Bücherverbrennung. Sie lebt in ihren Büchern, verschlingt sie und gewinnt so die Sympathie des Todes.

Der Autor lässt den Leser anhand von Liesel die Schrecken des Naziregimes noch einmal durchgehen, ohne dabei mit erhobenem Zeigefinger anzuprangern. Es ist eine ungewöhnliche und anrührende Geschichte, die zum Teil in einer Poetik geschrieben wird, die wunderschön ist, ohne dabei schwülstig zu wirken. Es ist naturgemäß eine traurige Geschichte, die den Holocaust thematisiert, aber auch den Wahnsinn und die Liebe dieser Zeit, von Menschen die bedingungslos folgen und solchen, die sich wehren und etwas ändern wollen. Schon zu Beginn des Buches ahnt man, wohin die Reise gehen soll und so wird man auf den letzten Seiten auch geplagt von überkochenden Emotionen. Hier eine Träne zu vergießen ist nur gerechtfertigt.

Das Hörbuch wird durch Boris Aljinovic zu einer wahren Freude. Seine Stimme ist unglaublich eindringlich und zugleich zart. Passt hervorragend in die Atmosphäre.

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Michael Jackson CollectionMichael Jackson ist schon des Öfteren von der Bildfläche verschwunden, zuletzt war er in Las Vegas, Bahrain, sogar in Europa. Er versteckte sich vor seinen Fans, wahrscheinlich sogar vor seinem Leben und sich selbst. Erdrückt von einer immer größer werdenden Schuldenlast, den Skandalen um seine Person suchte er einen Ausweg. Nun hat er ihn gefunden und ist wohl an einem Ort, an dem ihn keiner folgen kann. Michael Jackson ist in der Nach vom 25. auf den 26. Juli gestorben und hinterlässt drei Kinder.

Er selber wollte nie so richtig erwachsen werden und verblüffte seine Fans mit seiner ganz eigenen Art, den Allüren, aber vor allem mit seinem Gesang und der beispiellosen Stimme. Auf der Bühne war er nicht zu bremsen und bot den Zuschauern ein Spektakel sondergleichen. Für Juli hatte er noch einmal mit Spannung erwartete 50 Konzerte angesagt. Er wollte der Welt nochmal zeigen, was in ihm steckt. Immerhin ist er der Künstler mit den meistverkauften Titeln (750 Mio.), alleine sein Album Thriller verkaufte sich über 100 Millionen Mal, das war und ist Weltspitze. Die Collector Box ihm zu Ehren vereint nochmals seine größten Erfolge.

Um seine Person ranken sich Gerüchte und Skandale und doch wurde er geliebt, wie kaum ein Zweiter. Heute werden die Menschen zu Tausenden Tränen vergießen und ihm Gedenken, dem Ausnahmetalent, dem Entertainer.

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Die 10 besten Tage meines LebensWas kommt ihnen in den Kopf, wenn sie die zehn besten Tage ihres Lebens beschreiben müssten. Fällt es ihnen leicht, oder geraten sie schon nach drei, vier Tagen ins Stoclen? Genau mit dieser Aufgabe sieht sich Alex konfrontiert, die kurz zuvor von einem Mini Cooper postwendend in den Himmel, genauer gesagt den siebten Himmel, befördert wurde.

Zwar war es nicht die sanfteste Art, denn wer wird schon gerne überfahren, aber im Himmel angekommen, zeigen sich die Vorzüge der Sterblichkeit. Hier gibt es Essen ohne Kalorien, begehbare Kleiderschränke voll gepackt mit wunderschönen Kleider, die selbstverständlich alle perfekt sitzen und das Traumhaus inklusive. Selbst der Nachbar scheint der Mann des Lebens, pardon des Todes, zu sein und stellt sich als Glücksfang heraus. Wäre da nur nicht die kleine Aufgabe zu erledigen. Denn um im siebten Himmel bleiben zu dürfen, muss sie sich hier erst schriftlich beweisen.

Für eine Frau, die bis dato eher ziellos durchs Leben gestolpert ist und sich eher auf das Suchen von Designerschnäppchen verstanden hat, könnte das freilich zu einer ernst zu nehmenden Hürde werden.

Die 10 besten Tage meines Lebens ist ein humorvoll geschriebenes und erzähltes Hörbuch, das wohl gerade den weiblichern Leser ansprechen dürfte und hier sicher auch Wiedererkennungswert bietet. Das ernst zu nehmende Thema Tod wird hier aufgelockert, ohne zu sehr „Bodenhaftung“ zu verlieren. Es ist ein Wechsel zwischen Komik und Tragik.

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