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17.Juni
2016

Terry Pratchett – Das Erbe des Zauberers

Gisela

erbe des zauberersTerry Pratchett, der mit seinen geistreichen und witzigen Scheibenweltromanen das Fantasy-Genre frech durcheinander wirbelte, ist leider vor gut einem Jahr verstorben. Sein letzter posthum veröffentlichter Roman „Die Krone des Schäfers“ war somit definitiv der letzte Auftritt von Oma Wetterwachs, einer der beliebtesten Figuren seiner bizarren Fantasywelt. Das kleine Label Schall & Wahn hat nun einen seiner frühen Romane als ungekürzte Lesung herausgebracht, und wer den ersten Auftritt der legendären Hexe aus den Spitzhornbergen noch nicht kennt oder wieder entdecken will, dem sei diese gelungene Vertonung mit Katharina Thalbach ans Herz gelegt.

Emanzipation auf der Scheibenwelt

Oma Wetterwachs nimmt sich in Pratchetts drittem Scheibenwelt-Roman „Das Erbe des Zauberers“ einer jungen Zauberin an. So etwas dürfte es auf der Scheibenwelt eigentlich gar nicht geben: Magisch begabte Mädchen werden Hexen, Jungs werden zum Zauberer ausgebildet. Aber der kleinen Eskarina Schmied wurde als vermeintlich achter Sohn eines achten Sohnes vom Zauberer Drum Billet ein Zauberstab vermacht – als der Fehler aufflog, war Billet schon verstorben. Omas Versuche, Esk trotz ihrer „anderen“ magischen Kräfte als Hexe auszubilden, ihre abenteuerliche Reise nach Ankh Morpork und die turbulente Konfrontation mit den Zauberern der Unsichtbaren Universität, die natürlich kein Mädchen aufnehmen wollen, beschreibt Pratchett flüssig, mit dem ihm eigenen, feinen Humor, v.a. herrlichen Wortspielen und vielen skurrilen Szenen. Der Kampf der Geschlechter zwischen Hexen und Zauberern kumuliert in einem Duell zwischen Oma Wetterwachs und dem Erzkanzler der Universität – sehr spektakulär. Von Katharina Thalbach wird die Geschichte mit ihrer knarzigen Stimme hervorragend erzählt. Thalbach versteht es, Figuren unverkennbar mit eigenen Stimmen zu versehen, Spannung aufzubauen und Pratchetts Humor zu transportieren.

Das Erbe des Zauberers“ ist nicht unbedingt als Auftakt der Hexenreihe zu verstehen, da die anderen Hexen von Lancre und v.a. Omas beste Freundin Nanny Ogg nicht vorkommen. Wer mit dieser Lesung auf den Geschmack gekommen ist, dem sind Pratchetts weitere Hexenromanen aber unbedingt zu empfehlen.

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