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25.November
2015

Terry Pratchett – Die Krone des Schäfers

Gisela

krone_des_schaefersDie magisch begabte Tiffany Weh hatte 2003 in dem Märchen „Kleine freie Männer“ ihren ersten Auftritt in der Scheibenwelt. Der im März verstorbene Terry Pratchett fand an diesem Charakter so sehr gefallen, dass bald drei weitere Bände mit der Nachwuchs-Hexe folgten und nun sogar sein letzter Scheibenwelt-Roman „Die Krone des Schäfers“ der Schülerin von Oma Wetterwachs gewidmet ist. Der schon lange erkrankte Fantasy-Autor muss gespürt haben, dass dies vermutlich sein letzter Roman wird, denn – zumindest für die Hexen-Reihe – ist dieser Band ganz klar als Abschluss konzipiert.

Über den Inhalt sollte hier deshalb geschwiegen werden, nur so viel sei verraten: Die Elfen (bekannt aus dem Hexen-Roman „Lords und Ladies“) wollen wieder in die Scheibenwelt eindringen, und die Hexen von Lancre und aus dem Kreideland müssen sich zusammenraufen, um die Invasion im Keim zu ersticken. Es gibt ein Wiedersehen mit allen bekannten und über die Jahre liebgewonnenen Hexen-Charakteren – u.a. Königin Magrat, Agnes Nitt, Frau Prust, Frau Tick, und selbstverständlich Nanny Ogg und Oma Wetterwachs – und natürlich den rauflustigen Wir-sind-die-Größten, die Tiffany wie immer zur Seite stehen. Entwicklungen aus den letzten Romanen – die Emanzipation der Goblins, der Ausbau des Eisenbahnnetzes – baut Pratchett geschickt in die Handlung ein. Mag manches Kapitel unvollständig wirken und v.a. die Entwicklung im letzten Teil des Hörbuchs zu schnell vorangehen: Es gibt keine großen Lücken in diesem unvollendeten Werk und es ist ein Genuss, ein letztes Mal Pratchetts unvergleichlichen Stil zu genießen.

Etwas enttäuscht war ich zunächst, dass Boris Aljinovic, der alle bisherigen Tiffany-Romane gelesen hatte, nicht mehr als Sprecher dabei ist. Aber Volker Niederfahrenhorst macht seine Sache in dieser ungekürzten Lesung sehr gut. Auch ihm gelingt es, Pratchetts Sprachwitz zu übertragen und allen Figuren auf wundervolle Art und Weise Leben einzuhauchen.

Ein schöner, leider letzter fantasievoller Ausflug in die Scheibenwelt!

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