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8.April
2014

Veronica Roth – Die Bestimmung: Divergent

Benjamin Jendro

Roth - Die BestimmungIn dieser Woche wird ein Film in den Kinos erscheinen, der gerade die jugendliche Zielgruppe ansprechen sollte und der irgendwie schon deutlich an Collins „Die Tribute von Panem“ erinnert. Es scheint beinahe so, als haben Verfilmungen von Jugendbuchreihen derzeit eine wahre Renaissance und in der Tat ist der Stoff, der in den einzelnen Werken das Geschehen bestimmt, einer, von dem Hollywood profitiert. Immer häufiger werden junge Charaktere in Situationen gebracht, in denen sie einiges leisten müssen. Lebenswichtige Handlungen in Kombination mit altersbedingten Zweifeln an der individuellen Charakterentwicklung sind eine brisante Mischung. Das ist auch bei der Bestimmungs-Trilogie von Veronica Roth zu erkennen. Ihr erster Band „Die Bestimmung – Divergent“ hat einen sofort für die Reihe gewonnen.

Die Bestimmung – Eine Ordnung der Zukunft

Selbst, wenn die gerade einmal 25-jährige Autorin darauf besteht, keine Einflüsse aus Suzanne Collins Meistertrilogie bezogen zu haben und die Idee bereits während ihrer Studienzeit entstand, sind die Parallelen unverkennbar. Das macht „Die Bestimmung“ aber nicht weniger unterhaltsam. Während die Welt in Panem in Distrikte eingeteilt ist und aus diesen in jedem Jahr jeweils zwei Tribute an einer perfiden Variante der Olympischen Spiele teilnehmen müssen, erzählt Roth von einem Chicago der Zukunft, in welchem die Gesellschaft in fünf Fraktionen eingeteilt ist. Diesen wird jeweils eine Tugend der Menschheit zugeordnet. Altruan (die Selbstlosen), Candor (die Freimütigen), Amite (die Friedfertigen), Ken (die Gelehrten) und die Ferox (die Furchtlosen) leben in Einklang miteinander. Sobald man selbst 16 ist, muss man sich entscheiden, welcher Fraktion man zukünftig angehören möchte, welche Tugend man in sich trägt.

Die Bestimmung – sich selbst verleugnen?

Eine dieser 16-Jährigen ist Beatrice Prior, kurz Tris. Um eine Entscheidungshilfe zu erhalten, werden die Teenager einem Eignungstest unterzogen. Bei Tris jedoch ist das Ergebnis bemerkenswert. Nicht nur scheint sich keine Tugend bei ihr besonders hervorzuheben. Nein, sie trägt mehrere gemeinsam in sich. Ihre Prüferin Tori rät ihr, das nicht preiszugeben, schließlich winkt ihr dadurch der Status einer Fraktionslosen, die vom System wiedererwartend nicht gerne gesehen werden. Tris´ Bruder Caleb entschließt sich, den Ken beizutreten. Tris selbst wählt die Ferox. Schnell gewinnt sie in der neuen Familie einige Freunde. Um vollständig anerkannt zu werden, muss sie ein Initiationsritus durchlaufen, der darüber entscheidet, ob Tris und die anderen neuen Mitglieder bei den Ferox bleiben dürfen. Es sind die einzelnen Phasen dieser Prüfung, die ihr erstmals zeigen, wie brenzlig und weit vernetzt die Problematik ihrer Eigenschaft als Unbestimmte ist. Im Hintergrund, auch das wird im von Laura Maire gesprochenen Hörbuch deutlich, rumort es im Übrigen zwischen den einzelnen Fraktionen.

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