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23.November
2011

Walter Moers – Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Gisela


„Liebst Du Bücher,
reise nach Buchheim,
koste vom Buchwein,
damit du ein Buch seiest –
in Buchheim …“

Endlich ist Hildegunst von Mythenmetz zurück: Walter Moers schickt den dichtenden Lindwurm in seinem neuesten Zamonien-Roman Das Labyrinth der Träumenden Bücher wieder nach Buchhaim. Man sollte den Vorgänger Die Stadt der Träumenden Bücher schon kennen, bevor man sich an diese Geschichte wagt, denn Hildegunst von Mythenmetz bezieht sich oft auf sein erstes Buchhaim-Abenteuer und trifft bei seiner Rückkehr auf alte Bekannte wie den Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer und die Schreckse Inazea Anazazi. Aber Das Labyrinth der Träumenden Bücher ist keineswegs ein Aufguss alter Ideen, denn in der Stadt Buchhaim hat sich viel verändert, und Mythenmetz’ erneute Entdeckung der Geheimnisse dieses kulturellen Zentrums ist spannend, voller irrwitziger Ideen und satirischer Verzerrungen der realen Kunstgeschichte. Vor allem der „Puppetismus“, die Kultur des Puppentheaters in allen möglichen Formen, hat es dem Lindwurm angetan. Nach einer ausführlichen Beschreibung dieser Kunstform, die etwas langatmig gerät, trifft Mythenmetz auf den Mastermind hinter dem Puppaecircus Maximus, erhält eine Einladung ins „Unsichtbare Theater“, landet an einem Ort, den er nie wieder betreten wollte – und genau an der spannendsten Stelle endet das Hörbuch mit dem Satz: „Hier fängt die Geschichte an.“ Ein gewagter Kunstgriff oder einfach eine Frechheit?

Ich habe noch nicht ganz ausgelotet, ob bei mir die Enttäuschung wegen des offenen Endes oder die Vorfreude auf einen garantierten nächsten Band überwiegt. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann: Diese ungekürzte Lesung von Andreas Fröhlich ist wirklich hervorragend. Fröhlich erweist sich ein weiteres Mal als kongenialer Sprecher für Walter Moers’ eigensinnige Fantasiewelt und schafft es, mit unterschiedlichen Stimmlagen und Finesse den vor Sprachwitz überbordenden Text perfekt zu vertonen.

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