...entführen dich in eine andere Welt

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27.März
2009

Wer bin ich – und wenn ja wie viele?

Benjamin Jendro

Wer bin ichSchon an anderer Stelle habe ich den geneigten Zuhörer dazu ermutig, sich dem Denken zu widmen. Eine allgemein hin unterschätze Aufgabe, die jedoch paradoxer Weise von vielen als weitgehend besonders intensiv genutzte Tätigkeit angesehen wird. Angesichts der Boulevardpresse, oder des nachmittäglichen Fernsehens eine, wie ich finde, nicht ganz zutreffende Aussage. Wie dem auch sei. Mit „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“ schafft Richard Precht den Einstieg in das Denken. Dabei geht er durchaus methodisch vor und führt uns in die Welt der Philosophen, ohne dabei abgehoben oder metaphysisch zu werden. Wichtige Fragen werden behandelt und vor allem gestellt, so dass man unweigerlich anfangen muss mitzudenken. Precht bewegt sich dabei auf einem spielerischen Niveau, welches Verständnis und Unterhaltung im gleichen Maße vereint und schon deshalb eine Kunst bei dieser Thematik darstellt. Wo sonst ist man anderenorts von Bildung fasziniert und wird nicht gleich mit Nichtbeachtung gestraft?


Dabei schafft der Autor es auch immer wieder die verschiedenen Standpunkte heraus zu kristallisieren, wodurch man zunächst dem Einen und dann umgehend dem Anderen lauthals zustimmen möchte. Ein Wechselbad der Gefühle, das so durchaus gewollt ist. Auch der Verknüpfung der einzelnen Kapitel stellt eine wahre Glanzleistung dar, wenngleich sich beim geschulten Zuhörer womöglich Protest regen möchte. Doch genau darum geht es – mitdenken!

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