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20.April
2012

Wolfgang Herrndorf – Sand

Benjamin Jendro

Im zweiten Versuch hat es dann doch geklappt. Während Wolfgang Herrndorf bereits im vergangenen Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war, konnte sein diesjähriges Werk „Sand“ den Preis in der Kategorie Belletristik abräumen. Belletristik ist das Werk auf jeden Fall, obwohl mir anfangs nicht komplett einleuchtete, was genau „Sand“ eigentlich ist. Handelt es sich um einen Roman in der Wüste, um einen mit Agenten oder einfach nur eine literarische Abenteuerdarstellung? Genau genommen treffen alle drei Sachen zu, ebenfalls die Zuordnung, dass der Autor einen echt großen Unterhaltungswert zu haben scheint.

In München überfallen die Palästinenser gerade das Olympische Dorf – ein Ereignis, das als der „Schwarze September“ des Jahres 1972 historischen Wert besitzt. Gleichzeitig passieren auch in der Sahara eigenartige Geschehnisse. Mitten in einer Hippie-Kommune werden vier Personen umgebracht. Außerdem plagt sich ein skurriler Kommissar mit dem Diebstahl eines Geldkoffers. Wenn ich jetzt noch erzähle, dass eine blonde Amerikanerin und ein völlig durch den Wind geratener Atomspion mit von der Partie sind, scheint die Verwirrung komplett. Zugegeben, man muss Sprecher Stefan Kaminski ganz genau zuhören, wenn man die Einzelheiten zu einem Gesamtwerk zusammenpuzzeln will. Hat man dies dann aber geschafft, hinterlässt es mehr als nur bleibenden Eindruck.

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